{"id":3192,"date":"2020-06-17T08:35:03","date_gmt":"2020-06-17T06:35:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/?p=3192"},"modified":"2023-10-22T14:28:15","modified_gmt":"2023-10-22T12:28:15","slug":"die-wiederentdeckung-der-saaser-alpenflora","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/2020\/06\/die-wiederentdeckung-der-saaser-alpenflora\/","title":{"rendered":"Die Wiederentdeckung der Saaser Alpenflora"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die ersten G\u00e4ste des Saastals waren nicht bloss verwegene Bergsteiger. So manche kamen wegen der einzigartigen Flora. Das Saastal war f\u00fcr sie ein Eldorado in Sachen Alpenblumen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon der Saaser Tourismuspionier Pfarrer Johann Josef Imseng (1806\u22121869) war nicht bloss ein begeisterter Bergf\u00fchrer, der zusammen mit G\u00e4sten manche Erstbesteigung wagte. Er kannte auch die Pflanzen im Saas und ihre heilende Wirkung wie kein anderer. Deshalb f\u00fchrte er interessierte G\u00e4ste und Botaniker zu den besonderen Pl\u00e4tzen un versteckten Standorten auch seltener Pflanzen. Das waren keine Spazierg\u00e4nge, sondern geradezu wilde Unternehmungen. Nicht bloss die Berge, nein auch die Alpenblumenwelt faszinierte die Menschen des 1. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Faszination f\u00fcr die vielf\u00e4ltige Pflanzenwelt des Saastals erlebt derzeit eine Renaissance. Selbst G\u00e4ste aus dem asiatischen Raum kommen wegen der Alpenblumen ins mediterrane Bergtal. Die weit \u00fcber tausend Pflanzenarten in ihrer Vielfalt und Sch\u00f6nheit zu bestaunen, scheint f\u00fcr manche der Inbegriff eines echten Urlaubs zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steinbrech und Edelweiss<\/strong><br>Kaum zu glauben: Nur wenige Meter unterhalb des Gipfels des Doms (4545 m.\u00fc.M.), des h\u00f6chsten Berges der Schweiz, befindet sich die h\u00f6chstgelegenste Bl\u00fctenpflanze Europas auf 4500 m.\u00fc.M. Der gegenbl\u00e4ttrige Steinbrech bl\u00fcht da inmitten von Fels und Eis. Er scheint gegen K\u00e4lte gewappnet zu sein und sich den wildesten Standort ausgesucht zu haben. Kein Wunder, dass von diesen Alpenblumen eine unglaubliche Faszination ausgeht. Die Saaser Flora kann auch auf einem speziell angelegten Themenweg, der Alpenblumen-Promenade von Chrizbodu (Kreuzboden) nach Saas-Grund, entdeckt werden. Auch verschiedene Apps, etwa \u00abFlower Walks\u00bb oder die \u00abFlora Helvetica\u00bb k\u00f6nnen mithelfen, die Alpenblumen kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Bergblumenfreunde m\u00f6chten die besonderen Pflanzen hingegen lieber selbst entdecken. Es scheint nachvollziehbar, dass ein selbst gefundenes Edelweiss ein gr\u00f6sseres Gl\u00fccksgef\u00fchl bereitet als ein via Wegweiser ersp\u00e4htes Exemplar. Neu entdeckt wird auch die heilende Wirkung der Pflanzen im Saastal. Durch die H\u00f6he und das langsamere Wachstum ist die Wirkung mancher Heilpflanze besonders intensiv.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alpenblumen-Ausstellung in Saas-Almagell<\/strong><br>Die reichhaltige Flora des Saastals und deren Geschichte wird in der Ausstellung \u00abVon Alpenblumen und Menschen: Botanik-Touristen im Saastal\u00bb in Saas-Almagell eindr\u00fccklich inszeniert. Die Ausstellung wird diesen Sommer \u00fcbrigens auch im Botanischen Garten der Universit\u00e4t Z\u00fcrich gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Handwerk des Pflanzensammelns werden die Sammler zu Ende des 19. Jahrhunderts vorgestellt und deren Beziehung zu Saas-Almagell beleuchtet. Im Zentrum der Ausstellung stehen die umfangreiche Herbariensammlung und die zugeh\u00f6rigen Aufzeichnungen von Alfred Keller und Otto Naegeli, die zwischen 1891 und 1924 die Flora des Saastals und des angrenzenden Mattertals gemeinsam erkundet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor \u00fcber einem Jahrhundert untersuchten der Ingenieur Keller (1849\u22121925) und der Z\u00fcrcher Medizinprofessor Naegeli (1871\u22121938) die als besonders reichhaltig bekannte Flora des Saastals. Regelm\u00e4ssig kamen sie in ihren Sommerferien im Saastal zusammen, sammelten auf Wanderungen Pflanzen und legten sie in einem Herbarium an. Mit rund 130\u2019000 Exemplaren aus 50\u2019000 Aufsammlungen geh\u00f6rt das Herbarium Naegeli\/Keller (HNK) zu den gr\u00f6ssten privaten Pflanzensammlungen der Schweiz. Heute wird das Herbarium an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich aufbewahrt. 2014\/15 wurde es restauriert und im Institut f\u00fcr Systematische und Evolution\u00e4re Botanik (ISEB) unter der Leitung von Margrit Wyder ausgewertet. Die Ausstellungen in Saas-Almagell und Z\u00fcrich sind ein Gemeinschaftsprojekt des ISEB und der Saastal Tourismus AG. Margrit Wyder ist Kuratorin der Ausstellung und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Herbarium der Universit\u00e4t Z\u00fcrich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten G\u00e4ste des Saastals waren nicht bloss verwegene Bergsteiger. So manche kamen wegen der einzigartigen Flora. Das Saastal war f\u00fcr sie ein Eldorado in Sachen Alpenblumen. Schon der Saaser Tourismuspionier Pfarrer Johann Josef Imseng (1806\u22121869) war nicht bloss ein begeisterter Bergf\u00fchrer, der zusammen mit G\u00e4sten manche Erstbesteigung wagte. 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