{"id":2785,"date":"2019-09-23T11:14:07","date_gmt":"2019-09-23T09:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/?p=2785"},"modified":"2023-10-22T14:33:05","modified_gmt":"2023-10-22T12:33:05","slug":"wildtiere-im-saas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/2019\/09\/wildtiere-im-saas\/","title":{"rendered":"Wildtiere im Saas"},"content":{"rendered":"<p><strong>J\u00e4ger und Wildh\u00fcter \u2013 klingt eigentlich nach Gegenpolen. Nach sich in Sinn und Zweck bek\u00e4mpfenden Aufgaben. Auf der Spurensuche zum Wildtierleben zeigt sich, wie eng die beiden miteinander verkn\u00fcpft sind.<\/strong><\/p>\n<p>Saaser G\u00e4msen, Murmeltiere, Adler, Rehb\u00f6cke, Rotwild, Feld- und Schneehasen, Bartgeier, Dachse, F\u00fcchse, Schneeh\u00fchner und Marder haben alle eines gemeinsam: Helmut Anthamatten. Seit 33 Jahren ist er der Wildh\u00fcter des Saastals. Seine Aufgabe ist prinzipiell, in der Wildnis lebende Tiere zu sch\u00fctzen. Helmut ist also f\u00fcr ihr Wohlergehen verantwortlich. Auf t\u00e4glichen Kontrollg\u00e4ngen erfasst er die Best\u00e4nde zahlenm\u00e4ssig und \u00fcberpr\u00fcft, ob Krankheiten grassieren, ob und wie viel Nachwuchs es gegeben hat, wie gut die Tiere ern\u00e4hrt sind. Zum Schutz geh\u00f6rt neben dem \u00dcberwachen des leiblichen Zustands der Tiere auch die Sicherstellung und Pflege ihres Lebensraumes.<\/p>\n<p>In der Schweiz ist gesetzlich geregelt, welche Gebiete f\u00fcr Wildtiere gesch\u00fctzt sind, und diese werden mittels einer scharfen Baugenehmigungspraxis erhalten. Ein Problem in Feriendestinationen stellen aber die sogenannten touristischen Anlagen dar. Damit sind Bahnen oder Skilifte, auch Wanderwege oder \u00c4hnliches gemeint. Durch sie stossen Menschen tiefer in die Natur vor und k\u00f6nnen zum St\u00f6rfaktor f\u00fcr Tiere werden. Durch die topografischen Bedingungen im Saastal wird dieses Problem hier allerdings abgeschw\u00e4cht, wie Wildh\u00fcter Helmut erkl\u00e4rt. Weite Fl\u00e4chen sind steil und felsig \u2013 ideale R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr die Tiere, ein gewichtiger Faktor f\u00fcr ihr \u00dcberleben.<\/p>\n<p><strong>Regulation geh\u00f6rt zum Schutz<br \/>\n<\/strong>Zentral ist aber nicht nur, die Grenzen ihres Lebensraumes zu respektieren, auch dessen Beschaffenheit ist essentiell. Ein wichtiger Aspekt seiner Aufgaben ist laut Helmut, dass der Lebensraum und die Gr\u00f6sse des Bestandes, sprich die Anzahl der Tiere, aufeinander abgestimmt sind. Denn: Gibt es zu viele Tiere, entstehen einerseits Sch\u00e4den im Wald. Das gr\u00f6ssere Problem ist aber, wie der Wildh\u00fcter betont, dass die Tiere den eigenen Lebensraum \u00fcbernutzen. Konkret heisst das: Die Nahrung wird nicht f\u00fcr alle reichen. Daher ist in der Schweiz die Jagd ein Bestandteil des Wildschutzes im Sinne einer gesunden Regulation. So erfolgt n\u00e4mlich aus den vom Wildh\u00fcter erfassten Informationen die Jagdplanung. Helmut meldet der kantonalen Dienststelle f\u00fcr Jagd, Fischerei und Wildtiere Bestand und Zustand der Tiere \u2013 daraus ergibt sich, was erlegt werden darf oder gar muss. Das eidgen\u00f6ssische Jagdgesetz bezweckt n\u00e4mlich laut eidgen\u00f6ssischer Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz den Erhalt der Artenvielfalt. Es soll ein Ausgleich zwischen den Anspr\u00fcchen der Wildtiere, des Naturschutzes, der J\u00e4ger, der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft sowie des Tierschutzes geschaffen werden. Eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Wildh\u00fcter und J\u00e4ger ist daher unerl\u00e4sslich. Verzeichnet Helmut einen \u00dcberbestand, gibt er die Weisung, dass jagdlich eingegriffen werden muss.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2786\" aria-describedby=\"caption-attachment-2786\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2786\" src=\"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda-684x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"710\" srcset=\"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda-684x1024.jpg 684w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda-768x1150.jpg 768w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda-370x555.jpg 370w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda-440x660.jpg 440w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ibex-f\u00fcr-Yolanda.jpg 1736w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2786\" class=\"wp-caption-text\">Der spanische Fotograf Marcos Gonz\u00e1lez Angl\u00e8s (Instagram: @foto_mga) ist diesem Steinbock zuf\u00e4llig auf dem Weg zum Spielboden oberhalb des Gletschersees begegnet.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00abIm Saastal haben die Tiere <\/em><br \/>\n<em>ideale R\u00fcckzugsgebiete.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte versucht sein, zu argumentieren, dass die Natur sich von selbst regulieren w\u00fcrde. Aber dann sei es meist zu sp\u00e4t, weiss der Wildh\u00fcter. Beim Steinwild auf der linken Talseite sei im Saas \u00fcber Jahre zu wenig gejagt worden \u2013 mit schlimmen Folgen f\u00fcr die Tiere. Durch die vehemente \u00dcbernutzung der Lebensr\u00e4ume sei n\u00e4mlich Nahrungsmangel entstanden, der das Wild massiv geschw\u00e4cht hat. Die Tiere seien krankheitsanf\u00e4lliger geworden und h\u00e4tten M\u00fche, den harten Winter zu \u00fcberleben. Daraus hat man gelernt \u2013 gute Jagdplanung soll solche Notst\u00e4nde verhindern. L\u00f6st ein J\u00e4ger ein Jagdpatent im Wallis, weiss er genau, was und wie viel er in der jeweiligen Saison jagen darf. Gerade beim gesch\u00fctzten Steinwild werden den J\u00e4gern konkrete Zahlen zugewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00abDer Lebensraum und die Anzahl der Tiere <\/em><br \/>\n<em>m\u00fcssen aufeinander abgestimmt sein.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><strong>Saaser Wildjagd-Tradition<br \/>\n<\/strong>Einer dieser J\u00e4ger ist Peter Welti aus Saas-Fee. Seit seiner Jugend geht er auf die Jagd. Damals hat er seinen Grossvater begleitet, heute jagt er selbst. Dass er w\u00e4hrend der Jagdzeit Leben nimmt, ist Peter bewusst. Aber in diesem Bewusstsein ist auch eine tiefe Achtung f\u00fcr Natur und Tier verankert. Drei- bis viermal pro Woche geht er in den Wald und beobachtet die Tiere, schaut, wie es ihnen geht, fotografiert sie. Alle J\u00e4ger sehen das gesamte Jahr \u00fcber im Wald nach dem Rechten, wie Peter erz\u00e4hlt. Denn Jagen sei hier nicht nur ein altes Kulturgut. Gerade im Saastal geniesse die Jagd eine lange Tradition. Praktisch in jeder Saaser Familie gebe es J\u00e4ger, fr\u00fcher sei die Jagd ja auch ein zentraler Bestandteil der Eigenversorgung gewesen. <strong><\/p>\n<p><\/strong>Im Saas wird nach dem Patentjagdsystem gejagt, was f\u00fcr die J\u00e4ger zeitlich eng begrenzte Jagdzeiten bedeutet. Die sogenannte Hochjagd findet in den letzten beiden Septemberwochen statt, die anschliessende Niederjagd dauert drei Wochen. Gejagt werden darf aber nur w\u00e4hrend zweier Tage der Woche. Das von Peter w\u00e4hrend dieser Zeit erlegte Wild wird in seinem Restaurant \u00abZur M\u00fchle\u00bb in Saas-Fee direkt verarbeitet. F\u00fcr drei bis vier Wochen reiche dies meistens, danach ist die Wildzeit in \u00abZur M\u00fchle\u00bb vorbei. Viele der lokalen Restaurants bieten heimisches Wild an und kennzeichnen dies entsprechend auf der Karte. Da setzt sich \u00fcbrigens auch Helmut gern an den Tisch. Vegetarier ist der Wildh\u00fcter n\u00e4mlich nicht. Gerade Wild isst er am liebsten, wie er zugibt. Dort wisse er mit Sicherheit: Das Fleisch ist substanzfrei, und die Tiere hatten im Saas ein gutes Leben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2790\" aria-describedby=\"caption-attachment-2790\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2790 size-large\" src=\"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-345x230.jpg 345w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-770x513.jpg 770w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-370x247.jpg 370w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-440x294.jpg 440w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-570x380.jpg 570w, https:\/\/www.saas-fee.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Portrais-170x113.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2790\" class=\"wp-caption-text\">Sie sehen im linken Bild den Wildh\u00fcter Helmut Anthamatten, und rechts Peter Welti, Restaurant \u00abZur M\u00fchle\u00bb-Besitzer und J\u00e4ger. Bilder: Puzzle Media<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4ger und Wildh\u00fcter \u2013 klingt eigentlich nach Gegenpolen. Nach sich in Sinn und Zweck bek\u00e4mpfenden Aufgaben. Auf der Spurensuche zum Wildtierleben zeigt sich, wie eng die beiden miteinander verkn\u00fcpft sind. Saaser G\u00e4msen, Murmeltiere, Adler, Rehb\u00f6cke, Rotwild, Feld- und Schneehasen, Bartgeier, Dachse, F\u00fcchse, Schneeh\u00fchner und Marder haben alle eines gemeinsam: Helmut Anthamatten. 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