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Welchen Urlaub möchte der Gast?

Ja, ich war am Ferientag von Schweiz Tourismus. Diesem Gross-Event der Touristiker. Und ich habe da wiederum ein paar spannende Workshops erlebt. Aber dies ist heute nicht das Thema. Genervt haben mich da aber gewisse Exponenten des Tourismus, die immer so genau wissen, was der Gast von heute wirklich möchte. Natürlich nur Erlebnisse, die auch ordentlich kosten. Tourismus soll schliesslich Umsatz generieren. Der Gast soll Geld bringen. Und deshalb soll er all die Dinge wollen, die ordentlich kosten. Ich bin froh, dass unsere Gäste klüger sind. Nur sie entscheiden, was sie wollen. Gastgeber sollten bei diesem Thema besser schweigen. Die reden lassen, um die es geht.

Dass die Unterkunft sauber, zeitgemäss ausgerüstet und mindestens so viel Komfort zu bieten hat, wie es der Gast von Zuhause gewohnt ist, ist selbstverständlich. Bettwäsche, Teppiche und Vorhänge, die älter als 10 Jahre sind, sind grenzwertig. Natürlich wünscht sich der Gast auch gewisse Aufmerksamkeit. Weniger eine Flasche Wein als Willkomm in der Ferienwohnung als eine persönliche Begegnung, eine Einladung zu einem Apéro oder einer Wanderung etc.

Letzte Woche hatte ich an der HTW (Hochschule für Technik und Wirtschaft) Chur einen Vortrag zur „Chance von spirituellen Angeboten für den Tourismus“. Manche Gäste wünschen sich nicht nur den absoluten Adrenalinkick. Die möchten ihre Ruhe. Eine Sitzbank. Eine offene Kapelle. Eine Bibliothek. Einen einfachen Wanderweg. Einen Ort, wo sie die Sonne spüren. Den Wolken zusehen. Eine alte Lärche betrachten. Das Panorama bewundern. Den Wind auf der Haut spüren. Einem freundlichen Menschen begegnen. Nein, das bringt keinen schnellen Umsatz. Aber glückliche Menschen, die wiederkommen.

„Die grössten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.“
Friedrich Wilhelm Nietzsche

Christoph Gysel


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