Saas-Fee Blog

Blog der Freien Ferienrepublik Saas-Fee

Bergtouren und -wandern für Einsteiger

Wandern ist mittlerweile zu einem regelrechten Trend geworden. Immer mehr Menschen möchten dem Alltag in der Stadt entfliehen und stattdessen die Natur genießen. Dabei spielt nicht nur der Fitness-Aspekt eine wichtige Rolle, sondern auch jenes Gefühl, das aufkommt, wenn die Spitze eines Berges erreicht wird und nicht zuletzt auch die Ruhe und Idylle, die die Einsamkeit des Wanderns mit sich bringt. Aber wie leicht ist der Einstieg in den Wandersport eigentlich und worauf sollten Anfänger achten, wenn sie die ersten Schritte in den Tälern und auf den Bergen machen?

 

  1. Wie anfängerfreundlich ist das Saastal?

Die Ferienrepublik Saastal ist in erster Linie bekannt durch die Skiorte Saas-Fee und Saas-Grund, wobei Saas-Fee sowohl wirtschaftlich und touristisch als auch bezüglich der Einwohnerzahl mittlerweile bedeutender ist. Insbesondere Saas-Fee bietet sowohl leichte Wanderungen als auch hochalpine Touren, sodass Hobbysportler und Aktivurlauber ihren Aufenthalt in einem vielfältigen Outdoor-Areal verbringen können. Knapp 350 km an Wanderwegen führen durch die Region, in der sich immerhin 18 Viertausender befinden. Diese lassen sich mit einem professionellen Bergführer erklimmen und entdecken, wobei das Allalinhorn oder kurz Allalin für Anfänger der ideale Start sein dürfte. Sein Gipfel lässt sich von der Bergstation mit der höchsten U-Bahn der Welt erreichen, der Metro Alpin. Trotz diesem Komfort mögen die Viertausender rund um das Saastal nicht für jeden die richtige Tour bereithalten und sind zum Teil durchaus herausfordernd. Eine Alternative ist jedoch schnell gefunden, sei es der breite Waldweg von Saas-Fee nach Saas-Almagell, der nur knapp 1 Stunde andauert oder einer der zahlreichen Themenpfade, auf dem auch die Jüngsten ihren Spaß haben.

Idyllischer Blick vom Saastal

Idyllischer Blick vom Saastal

a. Empfehlenswerte Routen für Einsteiger

Das Saastal bietet viele unterschiedliche Routen und Wege, sodass es für Einsteiger kein Problem darstellt, eine Wanderung zu unternehmen, die den eigenen Bedürfnissen entspricht. Zahlreiche Themenpfade sorgen dafür, dass Wandern und Lernen kombiniert werden und die idyllische Landschaft noch bewusster erlebt werden kann. Einige Beispiele von einsteigerfreundlichen Touren und Wanderungen sind Folgende:

  • Gletscher-Lehrpfad

Auf diesem Lehrpfad soll die vom Gletscher gestaltete Landschaft in Saas-Fee genauer kennengelernt werden. Elf Stationen sind unterwegs zu besuchen, in denen sowohl große als auch kleine Wanderer erfahren, wie ein Gletscher die Umwelt formt und wie er das Klima beeinflusst. Mit knapp 90 Minuten ist der Lehrpfad problemlos machbar und führt sowohl an der Hochebene als auch am Gletschersee des nördlichen Feegletschers vorbei.

  • Suonenweg

Ein ebenfalls spannender Themenpfad führt über die neue Brücke über den Almagellerbach, welcher sich zwischen Saas-Almagell und Saas-Grund befindet. Interessant ist er insbesondere deshalb, weil er an etlichen kulturhistorischen Bauwerken vorbeiführt. Dies ist der Wiedereröffnung eines Teils der ehemaligen Wasserleitung geschuldet. Die Wanderung dauert je nach individuellem Tempo etwa ein bis zwei Stunden.

  • Schluchtrundweg

Wer auf der Suche nach einer Tour für die ganze Familie ist und dabei sowohl Kultur als auch Natur kennenlernen möchte, der kann beim sogenannten Schluchtrundweg nichts falsch machen. Mit einem Bergführer kann den Kindern auf der Strecke sogar das Klettern nähergebracht werden. Darüber hinaus wird außerdem der Kapellenweg begangen, auf dem die Kapelle „Zur hohen Stiege“ zu finden ist. Dort können die Geheimnisse der drei Rosenkränze erfahren werden. Vom Kapellenweg geht es weiter Richtung Schlucht, die dortige Gegend ist etwas abgelegen und Touristen kaum bekannt, gerade deshalb aber sehr idyllisch und entspannend. Nicht selten lassen sich dort auch viele Wildtiere beobachten. Über eine Brücke und weiter zum Weiler Bodme geht es schließlich in Richtung Saas-Almagell weiter, von dort aus wird der Rückweg nach Saas-Fee angetreten. Knapp 45 Minuten dauert der Ausflug und kann ganz nach Belieben auch in umgekehrter Reihenfolge stattfinden.

 

b. Geführte Wandertouren

Wer nicht auf eigene Faust das Saastal erkunden möchte, der kann stattdessen auch an einer geführten Wandertour teilnehmen. Ein zertifizierter Bergführer übernimmt dabei die Führung und zeigt der Gruppe spannende historische wie auch kulturelle Besonderheiten der Gegend, beantwortet Fragen rund um die umliegende Natur und Tierwelt und bietet professionelle Hilfe, wenn es beim Wandern schwierig wird oder ein anspruchsvoller Berg bestiegen werden soll. Dabei bleiben die Gruppen selbst relativ überschaubar, so dass jeder Teilnehmer auf seine Kosten kommt. Wie auch bei Einzelwanderungen ist die Dauer einer solchen geführten Wandertour variabel und kann sowohl einen oder mehrere Tage, aber auch wenige Stunden umfassen. Im Saastal werden unter anderem Wandertouren mit Wanderführer zum Grünberghorn, dem Allalinhorn oder ins Zermatt, wo das bekannte Matterhorn wartet, angeboten.

 

c. Hochalpin und herausfordernd – wie weit sollten Einsteiger gehen?

Als hochalpin wird eine Bergtour bezeichnet, die sich in der Höhenstufe ganzjähriger

Eisbedeckung bewegt. Die Rede ist dabei auch von der sogenannten Nivalzone. Bei einer solchen hochalpinen Tour wird eine ganz besondere Ausrüstung wie auch vorherige Vorbereitung benötigt. Für Anfänger sind hochalpine Routen insofern schwierig, da das vereiste Gelände einige Tücken bereithält – aufgrund der generellen Sturzgefahr werden selbst bei technisch einfachen Wanderungen Seil, Steigeisen und Eispickel benötigt, außerdem sind Kenntnisse in Sicherung und Bergungstechniken vonnöten. Darüber hinaus erfordern klassische Hochtouren Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, das Beherrschen größerer technischer Schwierigkeiten im Fels- und Eisklettern und teilweise auch das sogenannte Mixed-Klettern, bei dem eine kombinierte Route aus Fels und Eis bewältigt werden muss. In diesem Sinne sind hochalpine Touren ohne entsprechende Kenntnisse also nicht empfehlenswert, wobei besonders einfache und kurze Touren mit einem entsprechenden Führer durchaus nicht unmöglich sind. Empfehlenswert ist jedoch ein vorheriger Kurs, um die wichtigen Basics zu erlernen und sich im Gefahrenfall entsprechend verhalten zu können.

Im Jahr 2014 sind insgesamt 96 Menschen in den Schweizer Bergen verunglückt, die meisten von ihnen in den Walliser Alpen. Quelle: http://www.sac-cas.ch/

Im Jahr 2014 sind insgesamt 96 Menschen in den Schweizer Bergen verunglückt, die meisten von ihnen in den Walliser Alpen. Quelle: http://www.sac-cas.ch/

 

 

  1. Planen und Informieren

Wandern ist bekanntlich Balsam für Körper und Seele, weshalb sich viele Menschen immer wieder gerne eine Auszeit nehmen und entsprechende Wanderrouten besuchen. Fernab der Alltagshektik lässt sich so ein intensives Naturerlebnis mit Familie oder Freunden erleben, bei dem Erfahrungen gemacht, aber auch neue Kräfte getankt werden können. Nicht zuletzt ist das Wandern außerdem äußerst gesund und hält fit. Damit die Wandertour zum Erfolg wird, sollte es im Vorfeld jedoch nicht an der nötigen Planung mangeln, denn diese ist ebenfalls ausschlaggebend, damit das Ereignis angenehm und problemlos abläuft.

 

a. Das Wetter

Je besser das Wetter, desto angenehmer ist in der Regel auch die komplette Wanderroute. Gerade in Bergregionen sollte im Vorfeld unbedingt der Wetterbericht berücksichtigt werden. Bei sehr schlechtem Wetter wird die Wanderung besser, allein aus Sicherheitsgründen, auf einen anderen Tag verlegt. Herrscht statt Sonnenschein unschönes „Schmuddelwetter“, so muss deshalb aber nicht der ganze Trip abgesagt werden – hierbei gilt: es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Dementsprechend wichtig ist es also, dass bei grauen Regenwolken, kalten Temperaturen und verhangenem Himmel auf die richtige Kleidung, wasserfeste Schuhe und einen Regenschutz zurückgegriffen werden kann. Abgesehen von der aktuellen Wetterlage ist es außerdem sehr wichtig, wann genau eine solche Tour startet. Idealerweise beginnt sie direkt am Morgen, damit in der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, bereits der größte Teil des Aufstiegs geschafft ist. Für Anfänger ist außerdem typisch, dass sie eine Tour oft in einem viel zu schnellem Tempo beginnen – besser ist es aber, wenn sie erst ganz gemütlich begonnen wird und sich die Geschwindigkeit langsam steigert.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung - Vorbereitung ist auch hier alles.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung – Vorbereitung ist auch hier alles.

  • Tipp: Wetterberichte sollten zwar zurate gezogen werden, gerade im Fernsehen können diese aber teilweise irreführend sein, da sie Angaben für große Gebiete machen, die nicht die Wetterlage in bestimmten Regionen widerspiegeln. Besser ist es hingegen, den Wetterbericht ausgiebig morgens vor dem Losgehen zu studieren. Auch örtliche Radiosender oder das Internet sind eine verlässliche Quelle, eine bekannte Anlaufstelle ist beispielsweise meteonews.ch.

 

b. Das Gelände

Je nach Schwierigkeitsgrad kann das Wandern durchaus anstrengend und herausfordernd werden. Für den Anfang bietet es sich daher an, auf einfaches Gelände auszuweichen. Kurze Strecken auf gut ausgebauten Wegen sind daher zu bevorzugen, dort können die Touren auch durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen, ohne dass den Teilnehmern der Tour währenddessen die Kräfte ausgehen. Ansonsten ist es entscheidend, dass die Ausrüstung dem Gelände angepasst wird. Wanderschuhe sind diesbezüglich besonders wichtig, sie sollten einen hohen Schaft und eine rutschfeste, profilierte Sohle haben, damit sie ein Umknicken in unebenem Gelände verhindern. Mitunter macht auch ein sogenannter Trekkingstock Sinn, denn er gibt Halt und erhöht gleichermaßen die Trittsicherheit im Gelände. Es gilt demnach also in jedem Fall im Vorfeld herauszufinden, wie die Strecke im Detail beschaffen ist, was für Geländearten dabei passiert werden und welche Ausrüstungsgegenstände nicht fehlen sollten, damit es nicht zu Problemen kommt.

 

c. Achtung, Zecken: der Feind jedes Wanderers

Entwicklungstadien einer Zecke

Generell heißt es, dass Zecken heutzutage nahezu überall lauern und dementsprechend ein allgegenwärtiges Ärgernis für Wanderer darstellen. Im Saastal können Besucher jedoch aufatmen, denn die kleinen Störenfriede sind aufgrund der Höhenlage keine Gefahr mehr. Nichts desto trotz schadet es gerade ambitionierten Wanderern aber sicherlich nicht, sich dennoch gegen die teilweise sehr gefährlichen Erregern impfen zu lassen, denn ansonsten sind Zecken in weiten Teilen der Schweiz bis 1500 Meter über dem Meer verbreitet und vor allem für die zwei Krankheiten Lyme-Borreliose und Zeckenzephalitis verantwortlich. Sie verstecken sich in den betroffenen Gebieten überall dort, wo eine mittlere Feuchtigkeit herrscht und sitzen im Gras oder in Sträuchern in der Nähe von Flüssen und Seen. Angst vor einem Zeckenbiss muss auf den Wanderwegen innerhalb der Schweiz deshalb aber niemand haben, denn insgesamt ist das Risiko eher moderat. Weitere Details zur Impfung und was genau getan werden kann, wenn der Zeckenbiss doch einmal stattfindet, erklärt folgender Beitrag.

Umfrage von NetDoktor im Jahr 2015.

Umfrage von NetDoktor im Jahr 2015.

 

 

  1. Die Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist beim Wandern Gold wert und sorgt dafür, dass der Ausflug angenehm und positiv verläuft. Jedoch muss sich beim Bergwandern nicht gezielt auf eine einzelne Tour vorbereitet werden, stattdessen sollten Anfänger klein beginnen und sich langsam steigern. Bergwandern ist in diesem Sinne also eine Art Prozess und stellt den Übergang vom talnahen Wandern zum Bergsteigen im höheren, felsigen, ausgesetzten Gelände dar. Basierend darauf, auf welcher Höhe der Wanderer seinen Wohnsitz hat, kann selbst eine einfache Wanderung mit wenigen Höhenmetern anfangs eine große Herausforderung sein. Gerade deshalb sollten die eigenen Ansprüche und daraus resultierenden Anforderungen nur schrittweise erhöht werden. Dabei treten vor allem folgende Schwierigkeiten auf:

 

a. Höhenmeter

Als Höhenmeter wird die Differenz zwischen zwei Punkten im Gelände bezeichnet, also beispielsweise zwischen Basislager und Höhenlager. Sie ergibt sich aus der Summe aller Steigungen, die sich auf einer Wanderung ergeben. Es fließen demnach also auch Passagen ein, in denen es abwärts und dann wieder aufwärts geht. Weiterhin gibt es außerdem eine Unterscheidung zwischen Höhendifferenz und Höhenmeter – tatsächlich ist dieses Thema für Anfänger relativ komplex, sentres.com bietet hierzu jedoch einen sehr ausführlichen und verständlichen Artikel.

 

b. Meereshöhe

Bei Karten wird immer wieder die Höhenangabe „Höhe über NN genutzt“. Dies steht umgangssprachlich für Meereshöhe. Die Meereshöhe oder auch Meter über Normalnull (NN) wird dafür benötigt, um beispielsweise bei einem Berg eine exakte Höhe anzugeben. Dafür wird eine Referenz benötigt, also ein Nullpunkt, von dem die Höhe gemessen wird. Da eine solche Referenz möglichst genau sein sollte, ist es naheliegend, dass man das Meer als Nullpunkt setzt und von dort aus die Höhen der Berge misst. In Österreich und der Schweiz orientiert man sich diesbezüglich am Mittelmeer, der Normalpegel bezieht sich auf die Adria und wird als „Triester Pegel“ bezeichnet.

 

c. Technische Anforderungen

Eine weitere Schwierigkeit besteht in den technischen Anforderungen, die sich durch die gewählte Strecke ergeben. Je nachdem, wie steil, uneben oder unerschlossen die Route ist, desto wichtiger ist das Know-how der Bergwanderer. Auch die Ausrüstung stellt einen wesentlichen Bestandteil dieser Anforderung dar. Gleichzeitig ist allerdings auch der Rhythmus entscheidend, der während der Wanderung vorherrscht – ein realistisches, gleichmäßiges Tempo, die Anzahl der Pausen, die Menge an Flüssigkeitsbedarf und vieles mehr sind hier entscheidende Faktoren.

 

d. Training

Damit diese genannten Anforderungen erfüllt werden können, ist ein entsprechendes Training sehr sinnvoll. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sich eine Art Hausrunde (also eine Route, die möglichst regelmäßig gelaufen werden kann) aussuchen, bei der die eigenen Fähigkeiten trainiert, getestet und überprüft werden können. Unterschiedliche Varianten bieten sich an, um die eigenen Fähigkeiten zu testen und zu optimieren:

  • bei gleicher Runde und Ausrüstung die Zeit verbessern
  • statt seltenerer, längerer Pausen, mehrere, kleine Pausen ausprobieren
  • mit Stöcken laufen oder auf diese verzichten
  • wenige, große Schritte zum Überwinden von Wegstellen nutzen oder stattdessen kleine Schritte verwenden
  • unterschiedliche Varianten bei der Bekleidung ausprobieren – die Hose kann im Herbst beispielsweise ideal sein, im Hochsommer könnte das gleiche Modell jedoch unangenehm am Körper anliegen.

 

 

 

  1. Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für Wandereinsteiger

Je anspruchsvoller die Tour wird, desto wichtiger sind die Ausrüstungsgegenstände. Je nach Wetterlage, Gelände und Anspruch der Tour muss die Kleidung passend ausgewählt und die Ausrüstung zusammengestellt werden. Dabei sollte die Funktionstüchtigkeit die wichtigste Rolle spielen.

  • Tipp: abschließenden Check-up nicht vergessen. Wichtige Schwachstellen sind beispielsweise Reißverschlüsse, Schuhbänder, Stockschlaufen und Stockspitzen sowie die Dichtungen an Thermoskannen. Auch Trinkflaschen sollten vorsichtshalber auf Schäden und Funktionstauglichkeit überprüft werden.

 

a.Wanderschuhe

Zu den wohl wichtigsten Ausrüstungsteilen beim Wandern und Bergwandern gehören die passenden Schuhe. Hier gibt es jedoch durchaus einige Unterschiede, denn der Schuh sollte dem Gelände entsprechend gewählt werden. Grundsätzlich ist der Schaft von Wanderschuhen aber meist deutlich höher als bei normalen Schuhen, damit er Fuß und Knöchel genügend Halt geben kann. Auch die Sohle ist anders beschaffen, sie ist fest und hat ein ausgeprägtes Profil, damit sie auf unwegsamen Gelände (etwa Eis, Matsch, Felsen oder Steine) Halt bieten kann. Als Material wird hauptsächlich Gummi verwendet. Das Obermaterial des Wanderschuhes orientiert sich hingegen am Einsatzzweck und besteht meist entweder aus Leder, Nylon oder einer Kombination beider Materialien. Dabei gilt, dass Leder deutlich haltbarer und wasserfester als Nylon ist, dafür jedoch nicht so atmungsaktiv, so dass es in Lederschuhen schneller zu schwitzenden Füßen kommt, zudem punktet Nylon mit seiner Flexibilität. Aufgrund seiner geringen Haltbarkeit und Belastungsgrenze wird es in der Regel aber nur bei leichten Wanderschuhen eingesetzt, die für leichtes und ebenes Gelände genutzt werden. Leder kommt hingegen zum Einsatz, wenn das Gelände insgesamt schwieriger und unwegsamer ist oder gar Hochgebirgs- und Gletscherwanderungen in der Tour enthalten sind.

Bergwandern Bild 7 Wanderschuhe

 i. Schuhe und Wanderstrecke müssen zusammenpassen

Bezüglich des Schuhwerks wird je nach Einsatzzweck aus verschiedenen Kategorien gewählt. Diese unterscheiden sich in Form, Material und Verarbeitung. Folgende vier Kategorien sind dabei vorhanden:

  • leichte Wanderschuhe mit hohem Tragekomfort, aber geringer Stabilität. Sie eignen sich für leichte Wanderungen Mittelgebirge oder Touren durch Wald und Flur.
  • Feste Wanderschuhe mit hohem Schaft und fester Sohle. Sie werden vor allem bei klassischen Bergwandern verwendet.
  • Schwere Wanderschuhe mit fester Sohle und hohem Schaft. Bei Wanderungen in Hochlagen und zum Überqueren von Schneefeldern eignet sich diese Variante.

ii. Zink und Talg

Um die Füße fit für die Wanderung zu machen, sollte nicht nur auf das richtige Schuhwerk gesetzt werden, sondern auch darauf, dass die Füße selbst gut vorbereitet sind. Sowohl Zinksalbe als auch Hirschtalg eignen sich dafür sehr gut und sollten bereits einige Wochen vor der eigentlichen Wanderung regelmäßig genutzt werden, um die Füße einzucremen. Diese werden dadurch unempfindlicher gegen Blasen und Reizungen.

 

b. Wandersocken

Socken mögen auf den ersten Blick nicht unbedingt wichtig sein, tatsächlich sind sie aber entscheidend, wenn es darum geht, dass die Füße frei von Blasen und Hautreizungen bleiben. Unter anderem sollten Wandersocken die Feuchtigkeit vom Fuß fernhalten, damit dieser nicht aufquillt, sie sollten allerdings auch Stöße dämpfen und Reibung verhindern. Unterschiedliche Fasern, Polsterungen und eine gute Passform machen dies möglich – beim Kauf sollte daher aber wirklich auf spezielle Wandersocken geachtet werden und nicht nur auf normale Strümpfe und Socken.

 

c. Funktionsunterwäsche und Outdoor-Kleidung

Grundsätzlich besteht funktionelle Bekleidung idealerweise aus drei Lagen, deren Basis stets die Funktionsunterwäsche darstellt. Diese liegt direkt am Körper an und sorgt dafür, dass sich dieser entweder kalt und nass oder warm und trocken anfühlt. Sie funktioniert auch dann, wenn ein Sweatshirt und eine nicht wasserdichte Jacke über ihr getragen werden und bietet sowohl Komfort als auch Schutz vor Verkühlung. Weiterhin sollte jedoch auch eine wasserdichte und atmungsaktive Jacke keinesfalls fehlen, denn sie bietet in den Bergen effektiven Schutz vor Wind und Wetter und ist damit nahezu unverzichtbar, sei es nun im Mittel- oder Hochgebirge.

 

d. Für den Fall einer Übernachtung: Schlafsack und Zelt

Bei längeren Touren ist der Schlafsack einer der wohl wichtigsten Bestandteile der Ausrüstung, denn er ist mitunter der einzige warme Ort, an dem sich Wanderer von psychischer und physischer Belastung erholen können. Es gibt ihn in unterschiedlichsten Ausführungen, bekannte Varianten sind der Deckenschlafsack, der Mumienschlafsack oder eiförmige Schlafsäcke. Einen Schlafsack für alle Anwendungsbereiche gibt es jedoch nicht, weshalb sich im Vorfeld unbedingt darüber Gedanken gemacht werden sollte, ob das gewünschte Modell den Anforderungen auch gewachsen ist. Als Orientierung kann folgender Ratgeber zum Thema dienen, der nicht nur Basisinformationen wie Größe und Material empfiehlt, sondern auch die jeweiligen Temperaturbereiche miteinbezieht, in denen der Wanderer übernachten will. Nicht weniger wichtig beim Übernachten ist außerdem ein passendes Zelt, wobei auf dies bei warmem Wetter gegebenenfalls sogar noch verzichtet werden kann. Generell ist es ansonsten wichtig, dass das Zelt möglichst leicht ist, diesbezüglich sind sogenannte Leichtgewichtszelte zu empfehlen, die bereits mit einem Gewicht von weniger als zwei Kilogramm erhältlich sind. Hierbei müssen zwar Abstriche beim Komfort gemacht werden, dafür sparen sie aber Platz und Stauraum und machen die Wanderung selbst erträglicher.

 

e. Rucksack

Gerade auf längeren Touren ist ein Rucksack unverzichtbar, zumal er viele Dinge enthalten sollte, um gegen Notfälle gewappnet zu sein. Unter anderem sollten Trinken, Essen, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, eine Signalpfeife und eine Rettungsdecke in ihm Platz finden, aber auch Wechselkleidung ist unter Umständen sinnvoll. Ebenfalls unverzichtbar ist eine Regenjacke, die bei schlechten Wetter genutzt wird. Geht die Tour außerdem über mehrere Tage hinweg, so sollten auch Schlafsack und Zelt in ihm Platz finden oder zumindest mithilfe eines weiteren Gurtes daran befestigt werden können. Um ein komfortables Tragen zu ermöglichen, ist bei einem Rucksack auf einen Hüftgurt und eine Lagenverstellung zu achten. So kann er auch lange getragen werden, ohne dass sich Rückenschmerzen oder eine falsche Gewichtsverteilung bemerkbar machen.

 

f. Trekkingstock

Ein Trekkingstock ist auf der Wanderung zwar kein Muss, er bietet allerdings einige praktische Vorteile. Er vereint drei wichtige Funktionen in sich, die gerade in den Bergen sinnvoll sind – einerseits gibt er Halt und erhöht die Trittsicherheit im Gelände, außerdem entlastet er die Gelenke, Bänder und Muskeln der unteren Extremitäten beim Abstieg und zuletzt spart er Kraft beim Aufstieg. Damit ist er ein nützlicher Helfer, der gerade für Anfänger sehr praktisch ist, da diese meist noch über eine unzureichende Kondition verfügen.

 

 

 

  1. Die nächste Stufe – eine mehrtägige Wander- und Trekkingtour

Wer seine ersten Wanderungen hinter sich hat und sich erfolgreich Stück für Stück steigern konnte, der wird früher oder später womöglich Interesse an einer weiteren Steigerung seiner Wanderaktivitäten haben. Das mehrtägige Trekking kann dabei eine Alternative sein, wobei spätestens jetzt jedoch das Gewicht der Ausrüstung eine entscheidende Rolle spielt. Neben dem bereits erwähnten Zelt, das möglichst leicht sein sollte, können nun ganz nach Bedarf auch weitere Kochutensilien mitgenommen werden, einige weitere Kleidungsstücke wie eine schnell trocknende Trekkinghose und ein warmes Fleece runden die Ausrüstung ab. Wer jedoch schon so weit ist, der ist mittlerweile auch keineswegs mehr ein Anfänger und kann sich zu den fortgeschrittenen (Berg-)Wanderern zählen.

 

Bild 1: 83616851 – Teamwork couple climbing helping hand © blas
Bild 2: 43212048 – Valley Saastal in the canton Wallis – Swiss Alps © vencav
Bild 4: 89949519 – Woman with raincoat hiking in rainy weather © gilitukha
Bild 5: 58391208 – Entwicklungstadien einer Zecke © lom123


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